Tasmania in der Bundesliga – Heute vor 50 Jahren

12. Februar 2016

12.02.66: FC Bayern München – SC Tasmania 1900 2:1

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Nach dem enttäuschenden 0:4 zuhause gegen den Hamburger SV war die einzig positive Nachricht für den SC Tasmania 1900 vor dem 22. Spieltag, dass sich der Rückstand auf den rettenden Platz 16 nicht vergrößert hatte. Allerdings betrug dieser auch (schon) stattliche zehn Punkte, so dass die Neuköllner langsam nur noch eines benötigten: nämlich Punkte…!

Bayerns unangenehme Erinnerungen an Tas
Für den 12. Februar 1966 sah der Terminplan allerdings das Gastspiel beim FC Bayern München vor, das die Hoffnungen auf überlebenswichtige Zähler nicht unbedingt mehrte. Allerdings hatte das Duell mit dem Tabellenzweiten eine gar nicht so schlechte Vorgeschichte: in der Aufstiegsrunde zwei Jahre zuvor hatte Tasmania den Bayern nämlich einen Strich durch die Rechnung bezüglich der Bundesliga gemacht. In der Hauptrunde lagen die Blau-Weißen am 10.06.1964 vor 45.000 Zuschauern in München lange durch ein Tor von Helmut Fiebach (23.) in Führung, mussten in der Schlussphase aber doch noch den Ausgleich durch Brenninger (77.) hinnehmen. Beim Rückspiel 14 Tage später sahen die Bayern um Sepp Maier und Franz Beckenbauer dann aber ganz alt aus: 40.000 Zuschauer bejubelten einen 3:0-Erfolg der Tasmanen. Heinz Fischer hatte mit einem Doppelschlag (60. und 62. Minute) die Weichen gestellt, und erneut Helmut Fiebach (89.) machte den Sack endgültig zu.

Diese Punkte sollten den Bayern in der Endabrechnung zum Aufstieg in der Gruppe fehlen. Leider verlor auch Tasmania entscheidende Zähler – ausgerechnet gegen den späteren Gruppenletzten FC St. Pauli, der all seine drei Punkte gegen die Mannschaft des damaligen Trainers Gunther Baumann einfahren konnte. Eine bessere Ausbeute aus diesen Partien, und Tasmania hätte gute Chancen im Aufstiegsrennen gehabt. So aber wurde Borussia Neunkirchen (8:4 Punkte) der „lachende Dritte“, knapp dahinter folgten Bayern (7:5) und Tas (6:6).

0:2 im Hinspiel erste Tas-Niederlage gegen den FCB
Zumindest hatten die Bayern die Neuköllner also in unguter Erinnerung. In der Bundesliga traf man sich nun unter ganz anderen Vorzeichen wieder. Doch schon beim Hinspiel am 5. Spieltag in Berlin wusste die als Tabellenerster angereiste Mannschaft von Trainer „Tschik“ Cajkovski nicht wirklich zu überzeugen. Am Ende stand zwar ein 2:0-Sieg vor 40.000 Zuschauern, beiden Toren gegen Tasmania ging allerdings offenbar eine Regelwidrigkeit voraus. Bei der Vorarbeit von Beckenbauer für Brenningers Führungstreffer (23.) soll der Unterarm mit im Spiel, der bis dahin blass gebliebene Gerd Müller beim 2:0 (73.) klar im Abseits gewesen sein.

Auch in München verliert Tas knapp
Nun also das Rückspiel in der 22. Runde am 12. Februar 1966 vor 18.000 Besuchern an der Grünwalder Straße in München. Wieder tat sich der FCB schwer, selbst der Führungstreffer der Gastgeber durch Nafziger (27. Minute) sollte die Münchner Angriffsmaschine nicht in Schwung bringen. Der junge Beckenbauer zeigte nur eine durchschnittliche Leistung, der auf ihn angewiesene Gerd Müller im Angriff trat so gut wie gar nicht in Erscheinung. So sollte ausgerechnet ein außergewöhnlicher Debütant an diesem Nachmittag den Unterschied ausmachen: der 28-jährige Anton Vuckov. Der Jugoslawe erhöhte bei seinem ersten – und auch einzigen (!) – Einsatz für die Bayern auf 2:0 (59.). Tasmania antwortete allerdings mit dem postwendenden Anschlusstreffer durch Wolfgang Rosenfeldt (60.) und blieb damit – nicht nur in diesem Spiel – ein unangenehmer Gegner für die Münchner. Die brachten den knappen Vorsprung schließlich aber ins Ziel.

Tas verliert weiter an Boden
Der 2:1-Sieg bedeutete sogar Platz 1 für den FCB, Lokalrivale TSV 1860 – der spätere Meister 1965/66 – lag allerdings mit einem Spiel weniger nur einen Punkt dahinter. Der ordentliche Auftritt der Neuköllner in der bayrischen Landeshauptstadt dagegen fand in der Tabelle keine Belohnung. Dem 1. FC Kaiserslautern – bis dahin auf dem 16. Platz – gelang vielmehr mit dem 5:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt ein Befreiungsschlag und der Karlsruher SC rutschte nun wieder auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Doch auch die 0:8-Klatsche der Badener beim HSV half Tasmania nicht wirklich weiter – der Abstand zum rettenden Ufer hatte sich um einen (weiteren) Zähler auf nun 11 Punkte vergrößert.

Eine Woche später folgte dazu das Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals. Im Januar hatte Tasmania durch ein spätes 1:1-Ausgleichstor von Klaus Konieczka (87.) beim 1. FC Köln eine Verlängerung erzwungen, in der es beim Unentschieden blieb. Somit wurde nach den damaligen Regularien ein Wiederholungsspiel in Berlin anberaumt. Am 19. Februar 1966 unterlag Tasmania dabei dem Deutschen Meister der allerersten Bundesliga-Saison (1963/64) mit 0:2 – beide Treffer für die Kölner erzielte Hennes Löhr.

Spieldaten:

1. Bundesliga, Saison 1965/66, 22. Spieltag
Anstoß: Samstag, 12.02.1966, 15 Uhr
Stadion: Stadion an der Grünwalder Straße, München
Zuschauer: 18000
Schiedsrichter: Karl-Heinz Fork (Unna)

FC Bayern: Maier, Kupferschmidt, Olk, Rigotti, Beckenbauer, Borutta, Nafziger, Vuckov, G. Müller, Koulmann, Drescher. Trainer: Cajkovski

Tasmania: Rohloff, Becker, Fiebach, Wähling, Meißel, Konieczka, Hänsler, Engler, Rosenfeldt, Szymaniak, Usbeck. Trainer: Schmidt

Tasmania nach dem 22. Spieltag: 18. Platz, 4:40 Punkte, 10:70 Tore – 1 Sieg, 2 Unentschieden, 19 Niederlagen

Quelle: fussballdaten.de, kicker.de


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