TSV Rudow 2 - 0 SV Tasmania Berlin

17. April 2017 - 15:00 Uhr - Sportplatz Stubenrauchstraße
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Gebrauchter Tag in Rudow

Gegner mit Chancenplus: Hier kann Tas-Keeper Schelenz das Schlimmste noch verhindern, am Ende gab es dennoch ein 0:2 im Derby. Foto: SV Tasmania/Estella Shaina Nickel

 

Verdiente Niederlage im Bezirksderby +++ Tas ohne Dynamik und ohne Konzept +++ Mehr Ballbesitz, aber wenige Torchancen +++ Aufstiegsträume wohl endgültig ausgeträumt

Spielbericht: Vittorio Kowalski

Fünf Siege aus den letzten fünf Spielen – das „Power-Ranking“ vor dem Neuköllner Bezirksderby gegen den TSV Rudow sah beeindruckend aus für den SV Tasmania. Der schwache Rückrundenstart war vergessen und es schien, als könne Tas im Aufstiegsrennen tatsächlich noch einmal angreifen. Diese Hoffnungen haben am Wochenende jedoch einen schweren Dämpfer bekommen – wenn sie nicht gleich ganz begraben wurden. Denn die Nord-Neuköllner lieferten ausgerechnet im Bezirksderby eine äußerst schwache Vorstellung ab.

Fehlerhaft im ersten Durchgang

Zum 2. Mal in Folge Startelf: Maximilian Kallensee

Der Matchplan der Rudower war dabei früh zu erkennen: hinten sicher stehen, Tasmania den Spielaufbau überlassen, dabei Fehler provozieren und dann schnell in den Vorwärtsgang umschalten. Der Matchplan von Tasmania hingegen war bis zum Spielende gar nicht zu erkennen – vielmehr spielte man den Rudowern in die Karten. Denn die Ballverluste im Spielaufbau mussten die Rudower gar nicht groß provozieren – Tasmania produzierte sie auch ohne Fremdeinwirkung. Unkonzentriertheiten und technische Fehler gepaart mit fehlender Laufbereitschaft und einem statischen Offensivspiel verschafften den Rudowern immer wieder Ballgewinne in aussichtsreichen Positionen.

Nachdem sie diese zunächst schlecht ausspielten oder an Torhüter Robert Schelenz scheiterten, führte einer dieser Ballverluste von Tasmania in der 17. Minute zum 1:0 für Rudow: nach einem langen Ball aus der Rudower Defensive verlor Salvatore Rogoli auf der rechten Abwehrseite das Duell gegen den Rudower Angreifer, der anschließend auf den an der Strafraumgrenze lauernden Denis Barcic zurücklegte, der Schelenz mit seinem gekonnten Rechtsschuss ins lange Eck keine Abwehrchance ließ.

Gut, es war nicht das erste Mal, dass Tasmania etwas schlafmützig in eine Partie gestartet ist. Doch dieses Mal änderte sich auch nach dem Gegentor wenig. Nur selten kam Tas ins letzte Drittel des Gegners und blieb auch bei Fernschüssen ungefährlich. Und auch die durchaus zahlreichen Ecken und Flanken waren meist eine sichere Beute für den Rudower Torhüter (der wahrscheinlich einen Rekord in der Kategorie abgefangene Bälle aufstellte) und seine Vordermänner. Da auch die Rudower bei ihren Konterchancen die letzte Konsequenz vermissen ließen, ging es mit dem 0:1 aus Sicht der Tasmanen in die Pause.

Tas steigert sich, bleibt aber harmlos

Wieder zurück in der Startelf: Damien Tiedmann

In der zweiten Halbzeit zogen sich die Rudower noch weiter zurück und überließen Tas weitgehend den Ballbesitz – mit dem die oft behäbigen Tasmanen jedoch nach wie vor wenig anzufangen wussten. Zwar häuften sich nun die Pässe in die Tiefe und die Hereingaben in den Strafraum – wirklich in Verlegenheit brachten diese die Verteidigung der Rudower jedoch nicht. Vielmehr hätten diese Mitte der zweiten Halbzeit den Sack bei einem ihrer wenigen Konter zumachen können, als Stürmer Ihab Al-Khalab frei vor Schelenz auftauchte, jedoch am Tasmania-Keeper scheiterte.

So blieb es – trotz dürftigen Spiels – zumindest spannend. Und der Wille, hier noch was zu reißen, war den Tasmanen auch zusehends anzumerken. So sorgte beispielsweise der emsige Florian Medrane auf der rechten Seite immer wieder für Betrieb und auch Stürmer Vahit Engin warf gegen die ihn stets eng bewachende Rudower Verteidigung alles in die Waagschale, wofür er sich mit einem feinen Heber über den Keeper (aber leider auch knapp über das Tor) auch fast belohnt hätte.

Insgesamt fehlte es jedoch an der letzten Überzeugung und – vor allem – an einer Spielidee, wie das dicht gestaffelte Abwehrbollwerk des Gegners zu knacken sein könnte. Mit jedem weiteren langen Ball, der ohne für Gefahr zu sorgen in den Rudower Strafraum segelte, schwand so langsam aber sicher die Hoffnung, dass hier noch ein Punkt mitgenommen werden könnte. Das 2:0 für Rudow nach einem Konter kurz vor Schluss (89.) beseitigte dann die letzten Zweifel an der Niederlage Tasmanias.

Aufstiegszug wohl endgültig abgefahren

Eine zweifelsohne verdiente Niederlage, die die Tasmania-Anhänger etwas ratlos zurücklässt. Was ist nun das „wahre Gesicht“ des SV Tasmania? Das der überzeugenden Hinrunde? Das des katastrophalen Rückrundenstarts? Das der folgenden 5-Spiele-Siegesserie? Oder das des ideenlosen Auftritts in diesem Bezirksderby?

Angesichts des nun wohl abgefahrenen Aufstiegszuges (8 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Staaken) kann sich der SV Tasmania der Beantwortung dieser Frage im restlichen Saisonverlauf zumindest ohne störenden Blick auf die Tabelle widmen – angefangen gleich am kommenden Wochenende beim Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten 1.FC Wilmersdorf.

Zur kompletten Fotogalerie von Estella Shaina Nickel

Fotos (2): SV Tasmania/Hagen Nickelé

SV Tasmania: Schelenz – Kallensee (67. Marjanović), Ermel, Loder, Schmidt (88. Maaß) – Tiedmann, Penava – Kirli (80. Bähr), Rogoli, Medrane – Engin.
Tore: 1:0 Barćić (17.), 2:0 Sarbanović (89.).
Zuschauer: 252.

Nächstes Spiel: Sonntag, 23. April, um 14 Uhr im Werner-Seelenbinder-Sportpark (Oderstr. 182, 12051 Berlin) gegen den 1.FC Wilmersdorf.