Tennis Borussia Berlin 6 - 5 n. E. SV Tasmania Berlin

24. March 2018 - 14:00 Uhr - Mommsenstadion - Berlin-Pokal/Viertelfinale
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Tennis Borussia Berlin – SV Tasmania 2:2 n.V. (2:0) / 4:3 n.E.

Gekämpft bis zum Umfallen: am Ende aber sollte es für Tasmania nicht reichen (Foto: SV Tasmania/E. S.Nickel)

 

Engagierte Leistung gegen behäbige und lange Zeit passive Lila-Weiße, der Verbrauch der Duseljahresration und am Ende doch ausgeschieden. Berg-und-Talfahrt im Mommsenstadion mit traurigem Ende – aber einem Auftritt, auf den Tas stolz sein kann.

Erst in der Woche zuvor konnte der Viertelfinalist und Gegner Tasmanias ermittelt werden, auch hier hatte TeBe das Heimspiel und schlug den Berlinligisten Stern 1900. Also ging es auswärts in das Mommsenstadion. Es gibt üblere Plätze und Fangruppen, aber TeBe spielt trotz alledem eine Liga höher noch um den Aufstieg, während für Tas diesbezüglich der Zug anscheinend schon abgefahren ist. Passable 527 zahlende Zuschauer fanden den Weg in’s weite Rund, das Gros sammelte sich auf oder vor der Haupttribüne.

Tas zunächst mit zuviel Respekt

Traf zum 1:2: Julian Loder

Halbzeit 1: wirklich engagiert war nur Tasmania, TeBe fehlten zwar sechs Leute und der an Grippe erkrankte Cheftrainer Brdaric, aber auch das kann keine Ausrede für diesen blutleeren Auftritt sein. Doch wenn TeBe mal nach vorne kam, wurde es gefährlich, dies allerdings auch mit gütiger Mithilfe der tasmanischen Defensive.
Ein Fehler im Spielaufbau und Pass auf Benyamina (Karim, nicht der Hansa-Stürmer), der sich durchsetzte und der Schuss prallte glücklich vom Innenpfosten in die Maschen und nicht etwa zurück ins Feld. Schon nach 12 Minuten also die frühe Führung für TeBe und somit ein herber Dämpfer für Tas. Zwanzig Minuten gab es die vermeintliche Vorentscheidung obendrauf. Flanke an den langen Pfosten, Mehmet Okan Kirli verfehlte und attackierte den komplett freien Benyamina, ohne Gefangene zu machen. Elfer und Tor, Keeper Robert Schelenz ohne Chance.

Danach hatte TeBe vielleicht noch einen guten Angriff, das war’s. Tasmania machte das Spiel, aber keiner traute sich mal den Abschluss zu. Einige Spieler hatten zunächst nicht ihren besten Tag, dafür war Daniel Ujazdowski erfrischend aggressiv auf dem Flügel und handelte sich den Unmut der Gegenspieler und lokalen Fans ein. Aber so muss man in solchen Spielen auftreten –  dennoch ging es mit einem mehr als deprimierenden Rückstand in die Kabine.

Aufholjagd spät belohnt

Halbzeit 2: Machen wir uns nichts vor – eigentlich ist es durch. 0:2 beim Oberligisten. Dazu die in manchen Situationen durchlässige Abwehr. Keiner schießt mal aus der zweiten Reihe. Irgendein Duseltor musste also wohl her – am besten dreimal abgefälscht mit Tunnel, um dem Torwart richtig an die Nieren zu gehen. So war es nicht, aber zumindest ähnlich. Die Ecke war schon abgewehrt, doch Yildirim Tokmak holte den Ball zurück, passte sofort zu Arber Shuleta, dessen Flanke von weit außen die aufrückende Deckung der Gastgeber überforderte und Loder fand, dessen Annahme (oder Abschluss?) gegen die Laufrichtung des Torhüters im kurzen Eck eintrudelt. Ob das so geplant war? Wurscht. Innenverteidiger Loder mausert sich zum Torjäger, auch wenn manchmal die Lässigkeit – gern auch als letzter Mann gegen zwei Gegenspieler – Nerven kostet.

Ausgleich in letzter Sekunde: Arber Shuleta

Kurz vorher räumte er noch im eigenen Strafraum einen Gegenspieler um, der frei durch gewesen wäre. Über einen Elfmeter hätte man sich da nicht beschweren dürfen. Ansonsten aber wandelte sich die ohnehin passive, aber zumindest effektive Spielweise von TeBe sich nämlich in gänzliche Ergebnisverwaltung um. Die Mannschaft fand jedoch den zweiten Gang nicht mehr und wankte dem Spielende entgegen. Tatsächlich hatte Tas vor dem Tor noch eine hochkarätige Chance, aber  der Ball ging eben an den Außenpfosten. TeBe wechselte durch und hatte schon bald das Kontingent aufgebraucht. Die Zeit verfloss und Tas marschierte gegen nervöse Gastgeber an, ohne das Bollwerk zu durchbrechen.

Zwei Minuten Nachspielzeit, Freistoß im Mittelfeld. Keeper Schelenz rannte nach vorne, stürzte sich in’s Getümmel und zog tatsächlich ein Foul am Strafraum. Nochmal Freistoß. Shuleta trat an, der Ball segelt über die Mauer – und in’s Netz! Scorerpunkt für unseren Torwart! Direkt danach Abpfiff und die Gewissheit, in buchstäblich letzter Sekunde die Verlängerung erreicht zu haben. TeBe-Coach Brdaric hielt nichts mehr auf der warmen Tribüne und sprang unten an der Trainerbank herum, belagerte nach Schlußpfiff den Schiedsrichter. Es half nichts: 30 Minuten oben drauf.

Doch statt der zu erwartenden Offensive der höher spielenden TeBe’er blieb es ein munterer Schlagabtausch. Erst gegen Ende der Verlängerung hatte Tas noch mal Dusel, als die Luft ausging und TeBe zu Chancen kam, aber das Dauergestocher im Strafraum ertraglos blieb. Sie hatten sich allerdings auch über neunzig Minuten geschont, demnach also kein Wunder, dass da noch mehr Reserven waren.

Aus im Elfmeterschießen!

Erster Schütze Kirli, sicherer Mann. Immer mit der Pike hinein. Aber heute zielt er auf’s Eck – vorbei. Wie schon Adenauer dereinst plakatieren ließ: keine Experimente! Dann Benyamina für TeBe – Flieger, grüß mir die Sonne. Weit drüber. Dann sechs Treffer in Folge. Shuleta, Ujazdowski und Nicola Thiele übernahmen Verantwortung und trafen jeweils. Der eingewechselte Neuzugang Serbülent Ulutürk trat danach an, sichtbar unentschlossen, schoss halbhoch nach links. Der Torwart ahnte die Ecke und hielt. Danach traf der letzte Lila-Weiße, Sieg TeBe. Letztlich schied Tasmania unglücklich aus, kann aber aus diesem Spiel viel Positives mitnehmen. Mit Makkabi am Gründonnerstag und Schöneberg am Ostermontag warten bereits weitere Gegner.

Fotos (2): SV Tasmania/Schikowski

Zur kompletten Fotogalerie von Estella Shaina Nickel

SV Tasmania: Schelenz, Robert – Kirli, Mehmet Okan; Loder, Julian; Bähr, Lucas – Tokmak, Yildirim; Tiedmann, Damian; Thiele, Nicola; Shuleta, Arber; Asma, Tolgay – Hartwig, Romario; Ujazdowski, Daniel
Tore: 1:0 Benyamina (11.), 2:0 Rockenbach da Silva (31.), 2:1 Julian Loder (67.), 2:2 Arber Shuleta (90.+4.)
Zuschauer: 572 im Mommsenstadion

Nächstes Spiel: Donnerstag, 19.30 Uhr, beim TuS Makkabi (Julius-Hirsch-Sportanlage)