SV Tasmania Berlin 4 - 0 SFC Stern 1900

6. November 2016 - 14:00 Uhr - Werner-Seelenbinder-Sportpark
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Tasmania siegt im Spitzenspiel

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An Tagen wie diesen…klappt einfach alles – Tasmanias Spieler bejubeln einen der vier Treffer gegen gebeutelte Steglitzer. Foto: SV Tasmania/E. S. Nickel

Frühe Führung durch Tiedmanns Premierentreffer +++ Platzverweis für Stern spielt Tas in die Karten +++ Anschließender Dreierpack durch Rogoli +++ Tabellenführung souverän verteidigt

Am 11. Spieltag stand im Werner-Seelenbinder-Sportpark das absolute Spitzenspiel der Berlin-Liga an: Mit dem SFC Stern 1900 trat der Tabellendritte beim Spitzenreiter SV Tasmania an, der die Steglitzer ja erst am vorherigen Spieltag auf dem Platz an der Sonne abgelöst hatte. Die Gelegenheit also für Stern, den Spieß wieder umzudrehen.

Und tatsächlich entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe – allerdings nur in Bezug auf die Spielanteile, nicht in Bezug auf das Ergebnis. Denn bereits in der achten Spielminute konnte Tas abermals seine Standardstärke unter Beweis stellen und in Führung gehen. Viele Zuschauer fühlten sich dabei an das Pokalspiel bei Hertha 03 Zehlendorf in der Woche zuvor erinnert: erneut war es die Anfangsphase (in Zehlendorf war es die fünfte Minute), erneut eine Ecke von links und erneut konnte sich ein Tasmane am ersten Pfosten hochschrauben und den Ball per Kopf ins lange Eck des Tores befördern – nur hieß der Torschütze dieses Mal nicht Ronny Ermel wie noch in Zehlendorf, sondern Damien Tiedmann, der damit gleichzeitig seinen Premierentreffer in der Berlin-Liga bejubeln konnte.

Im Anschluss an die Führung überließ Tas dem Gegner über weite Strecken das Spiel, blieb aber bei Vorstößen und vor allem bei Standards weiterhin auch selbst gefährlich. Aber auch die Sterner zeigten in dieser Phase, warum sie zurecht zur Spitzengruppe der Berlin-Liga gehören. Das Kombinationsspiel wurde sicherer und langsam aber sicher arbeiteten sie sich auch regelmäßig ins letzte Drittel des Spielfeldes vor. Allerdings zeigte auch Tas warum sie in 10 Spielen erst drei Gegentore kassiert hatten: die letzte Abwehrlinie konnte kaum einmal überspielt werden – und wenn es doch mal brenzlig wurde, so war Torhüter Robert Schelenz zur Stelle, der sich bei den zwei, drei gefährlichen Abschlüssen der Sterner auszeichnen konnte.

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Dreimal drin: Salvatore Rogoli traf nach Belieben

Die letztlich entscheidende Szene, die dieses bis dahin ausgeglichene Spitzenspiel zugunsten von Tas kippen lassen sollte, ereignete sich dann in der 39. Spielminute. Nach einem zu seinen Gunsten gepfiffenen Zweikampf gab Stern-Stürmer Nimer El-Rayan seinem Gegenspieler noch ein paar nette Worte mit auf den Weg, die jedoch auch der in der Nähe stehende Schiedsrichter Sebastian Hornig aufschnappte. Hornig – bekannt dafür, in solchen Fällen nicht lange zu fackeln – zückte sofort glatt Rot für El-Rayan.

Zu allem Überfluss – aus Sicht der Steglitzer – konnte Tas die numerische Überlegenheit auch noch vor der Pause ausnutzen. In der 43. Spielminute setzte sich Mark Schmidt auf der rechten Seite durch und flankte mit Übersicht und Gefühl an den zweiten Pfosten. Dort hatte sich Salvatore Rogoli freigestohlen und platzierte den Ball volley mit der Innenseite ins lange Eck zum 2:0.

Mit dieser Führung ging es in die Pause. Eine sehr komfortable Ausgangsposition für Tas, die noch dadurch verbessert wurde, dass der zweite Torjäger der Steglitzer, Yannick Woithe, angeschlagen in der Kabine bleiben musste und die Chancen für Stern, das Spiel in Unterzahl noch zu drehen, nun gegen null tendierten.

Trotz dieser günstigen Voraussetzungen muss Tas jedoch attestiert werden, das Spiel in der zweiten Halbzeit absolut souverän und im Stile einer Spitzenmannschaft nach Hause gespielt zu haben. Die Mannschaft kontrollierte Ball und Gegner und wartete geduldig darauf, dass sich Lücken in der Verteidigung auftaten, um dann endgültig den Sack zuzumachen.

Eine dieser Lücken ergab sich dann in der 60. Minute, als sich Metin Karasu kraftvoll gegen mehrere Verteidiger durchsetzen und mit dem Ball bis zur Grundlinie durchbrechen konnte. Von da spielte er mit Übersicht zu Rogoli zurück, der den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. Nur zwei Minuten später wiederholte sich quasi ein ähnlicher Spielzug, an dessen Ende der inzwischen eingewechselte Tolga Şahin vor dem Stern-Torwart auftauchte und dort überlegt auf den mitgelaufenen Rogoli abspielte, der erneut aus kurzer Distanz nur das leere Tor treffen musste und zum 4:0 vollendete (62.).

Nun war natürlich auch das letzte Fünkchen Spannung aus dem Spiel und beide Mannschaften waren fortan daran interessiert, das Spiel ohne weitere Aufregung über die Bühne zu bringen. Tas behielt die Spielkontrolle, ohne wirklich entschlossen auf das 5:0 zu gehen, und Stern setzte auch nicht alles daran, noch einen Ehrentreffer zu erzielen.

So blieb es letztlich beim 4:0 für Tas in einem Spitzenspiel, dass bis zum Platzverweis für Stern hielt, was es versprach – nämlich ein spannendes Spiel auf Augenhöhe, in dem der Spielverlauf letztlich aber Tas so sehr in die Karten spielte, dass am Ende ein absolut souveräner Sieg eingefahren werden konnte.

Tasmania verteidigte somit die Tabellenführung in der Berlin-Liga vor dem SC Staaken und SD Croatia, die jeweils einen Punkt Rückstand haben, sowie dem SFC Stern 1900, der durch diese Niederlage mit vier Punkten Rückstand auf Rang 4 abrutschte.

Spielbericht: Vittorio Kowalski
Foto: SV Tasmania/H. Nickelé
Zur kompletten Fotogalerie (E. S. Nickel)

SV Tasmania: Schelenz – Schmidt, Ermel, Loder, Kirli – Tokmak, Marjanović (58. Şahin) – Tiedmann. Asma (74. N. Samardžić), Rogoli – Karasu (71. T. Samardžić).
Tore: 1:0 Tiedmann (8.), 2:0 Rogoli (43.), 3:0 Rogoli (60.), 4:0 Rogoli (62.).

Zuschauer: 160 im Werner-Seelenbinder-Sportpark.
Nächstes Spiel: Sonntag, 13.11., 15 Uhr beim BSV Al-Dersimspor (Lilli-Henoch-Sportplatz, Anhalter Bahnhof)