SV Tasmania Berlin 0 - 0 SD Croatia

25. September 2016 - 14:00 Uhr - Werner-Seelenbinder-Sportpark
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Nullnummer der besseren Art im Spitzenspiel

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„Klar Schiff“: Tas-Kapitän Ronny Ermel köpft den Ball aus der Gefahrenzone
Foto: SV Tasmania/Estella Shaina Nickel

 

Bei spätsommerlichen Temperaturen und sattem Sonnenschein fanden sich offiziell 150 Zuschauer im Werner-Seelenbinder-Stadion ein und wurden mit einem munteren Kampfspiel belohnt, bei dem einzig die Tore fehlten. Die aggressiven Gäste spielten entsprechend der Tabellensituation sehr selbstbewusst, bei Tas war nach einem lächerlichen Platzverweis gegen unseren Yildirim Tokmak gerade in den Schlussminuten die Ergebnissicherung Primärziel.

Beide Mannschaften kämpften mit offenem Visier und rasch ergaben sich Chancen auf beiden Seiten. Robert Schelenz musste dabei im Duell Mann gegen Mann sein Können beweisen, nachdem die Gäste vorne ihren Stürmer frei bedienen konnten. Auch in der Folge boten sich Croatia gute Gelegenheiten, da sie früh pressten und bei Ballgewinn schnell ihre Offensive in Szene setzten. Sowohl Ronny Ermel als auch sein Nebenmann Julian Loder waren stets gefordert und mussten – auch im Duell als letzter Mann – viel zu oft in höchster Not retten.

Nach einem Freistoß in die tasmanische Mauer rutschte der Ball zu einem übersehenen Gästespieler durch, der aber gottlob im Abseits stand. Im Gegenzug endlich die Chance für Benjamin Gaudian, der klug in den Lauf angespielt wurde, den Abschluss suchte und dabei nur knapp das Tor verfehlte. Die letzte Chance bot sich dann wieder Croatia, doch wieder war Schelenz zur Stelle.

Für die zweite Hälfte hatten sich die Tasmanen einiges vorgenommen. Trainer Mario Reichel fand wohl die richtigen Worte, denn Tas begann konzentriert und suchte den Weg nach vorn. Es fehlten jedoch wie auch in der Folge Zentimeter zum Erfolg. Auch die Gäste meldeten sich wieder zu Wort und so blieb es ein offenes Spiel, das jede Mannschaft hätte gewinnen können. Der Fokus verlagerte sich allerdings mehr auf einige merkwürdige, unausgewogene Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns, die für einigen Unmut sorgten. Dazu zählte z. B. die einseitige Vergabe gelber Karten. Eine überzogene Grätsche gegen Gaudian an der Eckfahne brachte keine Verwarnung ein, aber immerhin einen Freistoß mit zwei aufeinanderfolgenden Ecken, die für reichlich Gefahr sorgten. Doch auch hier fehlte immer ein wenig.

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Ungerechtfertigt: Yildirim Tokmak sah Gelb-Rot

Der größte Aufreger dann auf der anderen Seite. Tokmak wurde im Spielaufbau unfair attackiert, doch der Referee ließ unerklärlicherweise weiterspielen und ermöglichte so einen Konter. Kurz darauf ging sein Gegenspieler Camara mit gestrecktem Bein in ihn hinein und Tokmak erhielt dafür tatsächlich auch noch Gelb-Rot. Der Trainer reagierte und wechseltes zunächst Tolga Sahin für Tolgay Asma ein, kurz darauf noch Milos Savkovic für Gaudian.

Nach einem Foul an Salvatore Rogoli (ohne Verwarnung) brannte es bei Croatia im Strafraum, doch auch der Flugkopfball von Florian Medrane ging knapp drüber (’67). Direkt im Gegenzug dann wieder eine Großchance für die Gäste. Es ist übrigens eine ziemliche Unsitte, selbst Fouls einzufädeln, aber bei klaren eigenen Fouls permanent aggressiv zu diskutieren. Auch dies blieb ungeahndet, doch man muss Schiedsrichter Zastrow zumindest das Kompliment machen, nicht auf die Schwalbe im Strafraum hereingefallen zu sein, sondern den Übeltäter konsequent mit Gelb zu bestrafen. Es wäre wohl noch das Sahnehäubchen gewesen, wenn die Gäste auf diese Weise zum Führungstor gekommen wären.

Nach einem diskutierwürdigen Pfiff gegen Savkovic schleuderte der das Leder auf den Boden und das Spielgerät eierte Richtung Toraus. Dafür forderte ein Gästespieler allen Ernstes noch eine Karte und wurde für dieses unsportliche Verhalten auch noch belohnt. Ansonsten drückte Croatia mit einem Mann mehr und wollte den Sieg, doch die Tas-Abwehr hielt stand – so blieb es beim letztlich durchaus gerechten Remis.

Warum allerdings ein klares, taktisches Foul bei einem Konter nicht geahndet wurde und dementsprechend auch keine Karte gezückt wurde, blieb einmal mehr ein ungelöstes Geheimnis. Savkovic brachte noch eine letzte Flanke auf den eingewechselten Todor Samardzic, dessen Kopfball sein Ziel knapp verfehlte – danach war Schluss.

Durch das Remis bleibt Tasmania in der Spitzengruppe, verliert aber den dritten Rang, weil der SC Staaken durch einen Sieg an den Kontrahenten dieses Nachmittags vorbeiziehen konnte. Die Defensive bleibt mit einem Gegentor in sieben Spielen (!) ein Erfolgsgarant. Am kommenden Spieltag steht nun ein quasi-Derby gegen Hürtürkel auf dem Programm – laut offiziellen Verlautbarungen auf dem Hertzbergplatz. Kommt zahlreich!

Spielbericht: Martin Senz
Fotos: SV Tasmania/E. S. Nickel bzw. H. Nickelé
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SV Tasmania: Schelenz, Ermel, Loder, Schmidt, Kallensee, Tokmak, Marjanovic, Asma, Medrane, Rogoli, Gaudian.

Einwechslungen: Sahin für Asma (’66), Savkovic für Gaudian (’69), T. Samardzic für Medrane (’83)

Zuschauer: 150 im Werner-Seelenbinder-Sportpark