SV Tasmania Berlin 0 - 0 BSV Al-Dersimspor

7. May 2017 - 14:00 Uhr - Werner-Seelenbinder-Sportpark
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Nullnummer trotz (leichter) Verbesserung

Dicht an dicht: Beide Teams erlaubten dem Gegner keinen Torerfolg (Foto: SV Tasmania/Estella Shaina Nickel)

 

Starker Beginn, aber keine Tore +++ Al-Dersim kommt Mitte der ersten Halbzeit besser ins Spiel +++ Spiel verflacht in der zweiten Halbzeit +++ Tas fällt nach der Punkteteilung auf Platz 4 zurück

Spielbericht: Vittorio Kowalski

Auch die unverbesserlichsten Optimisten dürften ihre Aufstiegspläne nach der schwachen Leistung und der Niederlage gegen den SFC Stern 1900 am letzten Wochenende ad acta gelegt haben. Da dieser Zug also – mal wieder – endgültig ohne Tas Richtung Oberliga fährt, war nicht ganz klar, welchen SV Tasmania die Zuschauer heute gegen den BSV Al-Dersimspor erwarten konnten. Eine lustlose Truppe, die ob der fehlenden bzw. verpassten Saisonziele keine Motivation mehr hat, oder eine, die jetzt – aus denselben Gründen – befreit aufspielt.

 

Starker Start – ohne zählbaren Erfolg

Hielt seinen Kasten sauber: Robert Schelenz

In der Anfangsphase schien diese Frage eine klare Antwort zu finden: mit fast schon ungewohntem Elan legte Tas los und erspielte sich, angetrieben auch vom wiedergenesenen Tolgay Asma – Chancen im Minutentakt. Einziges Manko: sie wurden nicht verwertet. Ob nun die – heute mit Dreierkette spielende – Innenverteidigung um Lukas Bähr (aus kurzer Distanz) und Ronny Ermel (mit schöner Direktabnahme mit links nach einer Flanke von rechts) oder die Offensivabteilung – heute ohne den verhinderten Vahit Engin – in Person von Salvatore Rogoli (fast von der Torauslinie an den Pfosten) oder Florian Medrane: entweder scheiterte man am heute gut aufgelegten Torwart der Kreuzberger oder an der eigenen mangelnden Präzision.

Nach etwa 20 Minuten ließ das Tas-Offensivfeuerwerk dann nach und Al-Dersim kam besser ins Spiel. So gestaltete sich das Spiel in der Folge ausgeglichener und auch die Kreuzberger kamen 1-2 Mal gefährlich vor das Tor der Tasmanen, konnten den wie immer sicheren Robert Schelenz aber nicht überwinden. Insgesamt behielt Tas jedoch die Spielkontrolle, auch wenn die Chancenfrequenz deutlich abnahm. Da sich an deren Auswertung nichts änderte, ging es mit 0:0 in die Pause: kein restlos zufriedenstellendes Ergebnis, aber immerhin zeigte die Mannschaft einen Aufwärtstrend im Vergleich zur letzten Woche und stellenweise auch die lange vermisste Spielfreude.

 

Enttäuschende zweite Halbzeit

Vorlagengeber: Yildirim Tokmak

Dies lässt sich von der zweiten Halbzeit leider nur sehr eingeschränkt sagen. Zwar behielt Tas klar die Spielkontrolle und ließ auch hinten weiterhin fast gar nichts zu. Doch insgesamt setzte sich der Trend aus der ersten Halbzeit fort: dem Team von Mario Reichel kam nun mehr und mehr der Spielwitz und die Dynamik abhanden. Unterbrochen wurde die einsetzende Langeweile nur noch durch einen Geistesblitz von Yildirim Tokmak, der einen Traumpass genau durch die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr auf Maximilian Kallensee spielte, der aber frei vorm Al-Dersim-Torwart an eben jenem scheiterte.

Bis auf dieses Highlight entwickelte sich in der zweiten Halbzeit jedoch – man muss es so sagen – ein ziemliches trostloses Spiel. Al-Dersim war mit dem einen Punkt zufrieden und konzentrierte sich auf die Defensive und Tas wollte zwar, aber nicht mit der letzten Konsequenz und Überzeugung – diese haben die Neuköllner wohl zusammen mit den Großchancen in der Anfangsphase liegen gelassen. Selbst bei einer Rudelbildung kurz vor Schluss (nach einem Foul an Bähr und anschließendem Schubser des Gefoulten) ließen die Tasmanen diese Tugenden vermissen, was zwar – zumindest in so einer Situation – gänzlich ungewohnt, aber in diesem konkreten Fall wohl auch besser so war.

Auffällig war zudem aufseiten von Tas auch ein Defizit, das vielleicht symptomatisch für die doch enttäuschende Rückrunde ist: die Standardschwäche. Denn auch in der Hinrunde waren die Spiele von Tas selten wirkliche Leckerbissen. Doch die Effizienz, gerade bei Standards, war gnadenlos und brachte die Neuköllner ja zwischenzeitlich sogar an die Tabellenspitze. Doch heute – wie schon über weite Strecken der Rückrunde – herrschte bei Ecken und Freistößen absolute Harmlosigkeit. Mindestens 15-20 Mal segelte ein Standard in den Strafraum der Kreuzberger (bzw. meistens direkt in die Arme des Torhüters), ohne dass irgendetwas dabei herumkam oder man als Zuschauer den Atem anhalten musste.

So ging das Spiel – letztlich irgendwie leistungsgerecht, auch wenn Tas insgesamt ein deutliches Spielanteil- und Chancenübergewicht hatte – torlos zu Ende. Oft verliert man solche Spiele, bei denen man am Anfang jede Menge Hochkaräter versiebt, am Ende ja noch mit 0:1. Immerhin dies blieb den Tas-Anhängern erspart, während sich die Kreuzberger auch über den einen Punkt gegen den Abstieg freuten. Hinsichtlich des SV Tasmania hingegen, der durch die Punkteteilung hinter die SD Croatia auf Tabellenplatz 4 zurückfiel, blieb die eingangs gestellte Frage offen. Es war kein Offenbarungseid wie in der Woche zuvor bei Stern 1900, aber befreites Aufspielen sieht auch anders aus – ganz anders. Aber vielleicht bekommen wir das am kommenden Wochenende (schon am Samstag) beim SV Empor zu sehen.

Zur Fotogalerie von Estella Shaina Nickel

Fotos (2): SV Tasmania/Hagen Nickelé

SV Tasmania: Schelenz – Ermel, Bähr, Loder – Schmidt (46. Kirli), Tiedmann, Tokmak, Asma (69. Karasu), Kallensee – Rogoli, Medrane (76. Samardžić).
Tore: Fehlanzeige.
Zuschauer: 65.
Nächstes Spiel: Samstag, 13. Mai, um 14:00 Uhr beim SV Empor Berlin im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (Cantianstr. 24, 10437 Berlin).