SV Sparta 2 - 3 nV SV Tasmania Berlin

17. November 2019 - 14:30 Uhr - Sportplatz Fischerstraße
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Standhaft: Tasmania setzte sich trotz zweimaligen Rückstands schließlich in der Verlängerung durch (Foto: SV Tasmania/E. S. Nickel)

Robben sorgt für Happy-End

3:2-Sieg nach Verlängerung beim SV Sparta – Baba gleicht Rückstand aus – Elfmeter sorgt für Spartas Pausenführung – Eigentor zum 2:2-Ausgleich – Robben trifft in der Verlängerung zum Sieg – Demir fehlt verletzt, erkälteter Loder wird spät eingewechselt – Auslosung zum Viertelfinale Mitte Januar – Samstag in Neustrelitz

Schon bei der Auslosung vor Wochen war klar, dass Tasmania kein leichter Gang auf dem erwünschten Weg ins Viertelfinale bevorstehen würde: denn vor den Einzug in die Runde der letzten Acht hatte der BFV bzw. die Losfee den Spitzenreiter der Berlin-Liga, den SV Sparta gesetzt.

Spiel mit Vorgeschichte(n)

Eine gewisse Brisanz ergab sich dabei aus der Vorsaison, als beide Teams am Ende den Aufstieg um die Oberliga ausspielten – und Tasmania zum Schluss die Nase vorne hatte. Im direkten Aufeinandertreffen in der entscheidenden Phase hatte man allerdings bei Sparta nicht den (vermeintlich) nötigen Sieg einfahren können. Zwar führte Tas trotz langer Unterzahl (frühe Rote Karte gegen Kirli) bis in die Nachspielzeit, dann aber gelang dem SV Sparta noch der 2:2-Ausgleich – wodurch die Lichtenberger Spitzenreiter blieben und (vermeintlich) freie Bahn Richtung Oberliga hatten. In der Folge leisteten sie sich aber noch zwei Ausrutscher – und der Rest der Geschichte ist bekannt: Tasmania wurde Berliner Meister und stieg in die Oberliga auf. Das 2:2 an der Fischerstraße hatte sich zu dem Zeitpunkt aber noch wie eine Niederlage angefühlt.

Seit der unglücklichen 1:2-Niederlage im Sommer 2013 (mit zwei Roten Karten in der zweiten Halbzeit) war es aber immerhin schon das vierte Mal in Serie gewesen, dass man dort nicht verloren hatte. Dreimal gewann Tasmania gewonnen, einmal davon – im Oktober 2016 – auch im Pokal (3:1, 2. Runde) durch späte Tore von Gaudian, Asma und Rogoli. Also: heiß ging es bei Sparta zuletzt immer zu, ergebnismäßig konnte man sich von Seiten Tasmania jedoch nicht beklagen. Und so sollte es auch diesmal wieder sein…

Zur Pause in Rückstand

Tasmania war in der Anfangsphase die aktive(re) Mannschaft, bestimmte das Spielgeschehen – wohl auch, um Sparta nicht zu seinem gefürchteten Kombinationsfußball kommen zu lassen. Allerdings verpasste es die Mannschaft von Tim Jauer, zahlenmäßig daraus Kapital zu schlagen. Mehrere gute Möglichkeiten boten sich in den ersten 20 Minuten: Nicola Thiele verpasste etwa mit einem Distanzschuss das Ziel und Merdan Baba brachte im Strafraum nicht ausreichend Druck und Präzision in seinen Kopfball, sodass Sparta-Keeper Mika keine Mühe hatte. Bis dahin hatten die Hausherren nur ansatzweise Gefahr hervorbringen können, dann aber gab es die erste Kostprobe, die Tasmanias Hintermannschaft noch überstand. Schon in der nächsten Situation aber lief der Ball direkt über mehrere Stationen, sodass die Neuköllner immer einen Schritt zu spät waren – so auch im Zentrum, wo schließlich Sejdic den Ball unhaltbar für Robert Schelenz zum 1:0 im Tor versenkte. Anschließend wackelte Tasmania, kämpfte sich aber zurück ins Spiel – und traf zum 1:1. Cüneyt Top, der für den wegen Leistenproblemen pausierenden Emre Demir ins Team gerückt war, ließ sein Können aufblitzen, als er sich gegen mehrere Widersacher durchsetzen konnte und obendrein mit einem feinen Zuspiel auch noch Baba im Strafraum fand. Der hatte sich etwas Platz verschafft und traf platziert zum Ausgleich ins lange Eck. Ein wichtiger Treffer, um den Gegner nicht zu groß werden zu lassen – im Anschluss war das Spiel dann auch wieder verteilter. Dennoch sollten die Gastgeber mit einer Führung in die Pause gehen – nach einer wieder mal schnellen Kombination ging Sejdic zu Boden (nicht das einzige Mal an diesem Nachmittag) und der Schiedsrichter entschied in diesem Fall berechtigt auf Foul: den fälligen Strafstoß verwandelte Ndjock zum 2:1-Halbzeitstand.

Eigentor bringt Verlängerung

Im zweiten Durchgang gingen die Gastgeber mehr in Lauerstellung – beide Teams kämpften jetzt mehr um Dominanz, als dass sie noch technische und taktische Finessen anbieten konnten. Jeder Fehler konnte mit fortlaufender Spielzeit schließlich ein folgenschweres Gegentor mit sich bringen – und nach einer Stunde war es der SV Sparta, der bestraft wurde. Zu passiv hatte man sich in dem Spielzug Tasmania entgegen gestellt: von rechts flog der Pass in die Mitte, wo Romario Hartwig nicht richtig an den Ball kam, den schlussendlich aber Liczbanski ins eigene Tor beförderte. Ein „dreckiges“ Tor passend zum Fußball der zweiten 45 Minuten. In der Schlussphase der regulären Spielzeit hatte Tasmania nochmal Vorteile, ohne aber das entscheidende Tor erzielen zu können. Trainer Jauer hatte mit dem erkälteten Julian Loder einen Ersatz für den angeschlagenen Cihat Birol, der seine Sache ausgezeichnet machte, ins Spiel gebracht. Dazu kam mit René Robben ein zweiter Stoßstürmer für den ausgepowerten Top in die Partie. Eine Auswechslung mit Folgen.

„Joker“ Robben sticht

Denn in der nötigen Verlängerung arbeiteten beide Mannschaften weiter intensiv gegen den Ball und ließen nur wenig Torchancen zu, obwohl die eine oder andere Idee aufblitzte. Als das Elfmeterschießen so bereits im Bereich des Vorstellbaren erschienen war, sorgte mehr oder weniger eine Einzelaktion für die Entscheidung zugunsten Tasmanias. Bei einem Gegenzug verlängerte Robben den Ball zunächst per Kopf, von einem Verteidiger prallte er wieder zurück und Robben – keinen weiteren Anspielpartner auf weiter Flur – entschloss sich kurzer Hand, aus 25 Metern abzuziehen. Voll getroffen und mit perfekter Flugbahn segelte die Kugel über Mika hinweg knapp unter die Querlatte zum 2:3. Riesenjubel bei den blau-weiß-roten Fans unter den 169 Zuschauern an der Fischerstraße – der schließlich auch noch einmal mit dem Schlusspfiff aufbrandete. Der Gastgeber wusste in den letzten Minuten nämlich nichts mehr Entscheidendes entgegen zu setzen und musste sich so geschlagen geben – Tasmania war eine Runde weiter.

Kommenden Sonnabend bereits steht dann das nächste Punktspiel in der NOFV-Oberliga Nord für Jauers Jungs auf dem Programm: dann geht es zum Tabellendritten, der TSG Neustrelitz. Ab 13.30 Uhr können die Neuköllner dann auch auf Punktspielebene beweisen, dass sie es viel besser können als im Heimspiel gegen den Ludwigsfelder FC.

Spielbericht: Hagen Nickelé

Zur kompletten Fotogalerie von Estella Shaina Nickel

SV TASMANIA: Schelenz; Froelian, Birol (81. Loder), Bähr, Engelhardt; Tutic, Robrecht; Hartwig, Thiele, Top (84. Robben); Baba
TORE: 1:0 Sejdic (24.), 1:1 Baba (35.), 2:1 Ndjock (41., Foulelfmeter), 2:2 Liczbanski (60., Eigentor), 2:3 Robben (110.)
ZUSCHAUER: 169 am Sportplatz Fischerstraße

NÄCHSTES SPIEL: Samstag, 23.11. (13.30 Uhr), bei der TSG Neustrelitz – Parkstadion Neustrelitz