SV Sparta Lichtenberg 1 - 3 SV Tasmania Berlin

9. October 2016 - 14:30 Uhr - Sportplatz Fischerstraße (Pokal, 2. Runde)
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Tas behält im Pokalfight die Oberhand

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Später Wendepunkt: Benjamin Gaudian (links vom Schiedsrichter) befördert den Ball zum Ausgleich ins Sparta-Tor. Foto: SV Tasmania/Estella Shaina Nickel


Pokalduell auf Augenhöhe +++ Sparta setzt Tas früh unter Druck +++ Verdiente Halbzeitführung für den Landesligisten +++ Tas mit zunehmender Spieldauer überlegen +++ Späte Tore durch Gaudian, Asma und Rogoli +++ Standardstärke zahlt sich aus

Auswärts beim ambitionierten Landesligisten Sparta Lichtenberg – es hätte durchaus leichtere Lose für die zweite Runde im BFV-Pokal für den SV Tasmania geben können. Denn mit Sparta wartete ein spielstarker Gegner, der schon in der letzten Saison den direkten Wiederaufstieg in die Berlin nur hauchdünn (in der Relegation gegen den TuS Makkabi) verpasste und auch dieses Jahr wieder einer der Aufstiegsfavoriten in der zweiten Staffel der Landesliga ist. Es konnte also ein Duell auf Augenhöhe erwartet werden, welches den Zuschauern am Sportplatz Fischerstraße in Lichtenberg dann auch geboten wurde.

Sparta setzte Tas dabei von Beginn an unter Druck und ließ die Neuköllner anfangs überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Bereits in den ersten zehn Minuten resultierten daraus zwei gute Einschussgelegenheiten für die Spartaner. Ein Mal konnte jedoch Tas-Torhüter Robert Schelenz retten, dann segelte der Ball knapp über das Tas-Gehäuse. Auf die erste gute Chance von Tas, bei der Metin Karasu nicht genug Druck hinter einen Kopfball aus aussichtsreicher Position bringen konnte, folgte dann postwendend der Lohn für die engagierte Anfangsphase von Sparta: nach einem Ballgewinn im Mittelfeld wurde schnell über links nach vorne gespielt, von wo aus der Ball flach in den Strafraum gebracht und von Stürmer Larry Ndjock, der sich geschickt von der Tas-Innenverteidigung abgesetzt hatte, trocken ins lange Eck zum 1:0 für Sparta versenkt wurde (11.).

Mit dieser Führung im Rücken nahm Sparta nun etwas Tempo aus dem Spiel. Ohnehin war klar, dass dieses nicht über längere Zeit durchgehalten werden könnte. An Bissigkeit und Intensität verlor das Duell dadurch jedoch nicht. So gelang es Sparta weiterhin, den Spielaufbau von Tas weitgehend zu unterbinden. Tas hielt nun zumindest körperlich stärker dagegen und konnte sich so ab Mitte der ersten Hälfte die Kontrolle über das Spiel erarbeiten und Sparta stärker in ihre Hälfte zurückdrängen. Der über links kommende Florian Medrane und sein Pendant von der rechten Seite, Salvatore Rogoli, kamen dabei im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit auch zu guten Abschlüssen, die jedoch nicht ihren Weg ins Tor der Spartaner fanden.

Nachdem auch Tolgay Asma einen Freistoß nur an Außennetz schlenzte ging es mit der 1:0-Führung für Sparta in die Halbzeitpause, die aufgrund der Anfangsphase nicht unverdient war. Allerdings übernahm Tas in einem intensiven, teilweise auch hitzigen Spiel, das Schiedsrichter Eike-Robert Albig nur mit Mühe unter Kontrolle halten konnte, nach und nach die Kontrolle, so dass die Tas-Anhänger der zweiten Hälfte durchaus hoffnungsvoll entgegenblicken konnten.

Diese begann jedoch ruhiger als die erste Hälfte. Zwar überließ Sparta Tas weiterhin die Spielkontrolle. Wirklich gefährliche Situationen für den Sparta-Keeper Filatow konnte Tas sich jedoch zunächst nicht herausspielen. Vielmehr blieb Sparta durch schnelles Umschalten nach Ballgewinnen selbst gefährlich und hätte durch Larry Ndjock auch auf 2:0 erhöhen können. Bis zur etwa 60. Spielminute ging der Plan von Sparta also gut auf: früh in Führung gehen, dann hinten sicher stehen und Nadelstiche nach vorne setzen.

Dass sich dies in der Folge änderte, hatte vor allem mit einer Spezialität der Neuköllner in dieser Saison zu tun: den Standardsituationen. So konnte Tas die Feldüberlegenheit immer öfter in Ecken und Freistöße ummünzen, die fast immer für Gefahr vor dem Sparta-Tor sorgten. So scheiterte erst der bereits in der ersten Halbzeit eingewechselte Benjamin Gaudian nach einem Rogoli-Freistoß von der rechten Seite im Nachschuss am Pfosten. Kurz darauf verlängerte Gaudian eine Hereingabe von Mark Schmidt im Anschluss an einen Freistoß auf den torgefährlichen Julian Loder, der den Ball jedoch freistehend aus etwa sieben Metern in zentraler Position am Tor vorbei schoss. Ein echter „Hundertprozenter“!

Als sich bei den Tas-Fans ob dieser vergebenen Großchancen schon Verzweiflung breit machte, sollte es in der 76. Minute dann doch endlich klappen mit dem Ausgleich. Einen erneuten von der rechten Seite auf den kurzen Pfosten gezogenen Rogoli-Freistoß „streichelte“ Gaudian per Kopf am herausstürzenden Sparta-Keeper vorbei ins Tor.

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Feines Füßchen beim Freistoß: Tolgay Asma

Im Anschluss an diesen Ausgleich war Tas anzumerken, dass sie das Ding noch in der regulären Spielzeit ganz herumreißen wollten, während Sparta sich wohl eher in die Verlängerung retten wollte. Der Mut der Neuköllner, hier noch auf Sieg zu spielen, sollte am Ende belohnt werden, und zwar – wie sollte es anders sein – durch einen Freistoß, dieses Mal allerdings einen direkt verwandelten. Aus etwa 20-25 Metern Torentfernung in halblinker Position – wie gemalt also für einen Rechtsfuß – zirkelte Asma den Ball über die Mauer hinweg ins linke Toreck (89.).

Der Jubel über die Führung war noch nicht ganz verklungen, da machte Tas endgültig den Deckel drauf – und dieses Mal sogar aus dem Spiel heraus, jedenfalls so halb: einen weiten Abschlag von Schelenz verlängerte Gaudian in den Lauf von Rogoli, der noch einen Verteidiger abschüttelte, den Torwart umkurvte und schließlich mit rechts ins leere Tor einschob (90.+1).

Am Ende dieses richtig schönen Pokalfights stand somit ein vom Spielverlauf her glücklicher, aber aufgrund der der Spielkontrolle ab Mitte der ersten Halbzeit und der insgesamt höheren Anzahl an Torchancen auch nicht unverdienter Sieg der Tasmanen, die sich mal wieder auf ihre in dieser Saison fast unvergleichliche Standardstärke verlassen konnten.

Ein Klassenunterschied war im Duell mit den Spartanern jedoch nicht zu erkennen. Es wäre allerdings auch eine Überraschung gewesen, wenn dem so gewesen wäre, da Sparta gerade von der spielerischen Klasse – mit ausgewiesenen Futsal-Experten wie Sanid Sejdic, Durim Elezi oder Manuel Groschk – mindestens Berlin-Liga-Niveau hat und eigentlich auch in diese Klasse gehört. Nach dieser für Sparta bitteren Niederlage kann man sich nun auch ganz auf die Mission „Wiederaufstieg in die Berlin-Liga“ konzentrieren, die trotz der Klasse der Mannschaft angesichts der Konkurrenz in der zweiten Staffel der Landesliga kein Selbstläufer werden wird.

Für Tas hingegen geht die Pokalreise dieses Jahr nach dem schwachen Abschneiden in der letzten Saison wieder über die zweite Runde hinaus. Die Auslosung für die 3. Runde findet am Mittwoch, den 12.10., um 18.00 Uhr statt, parallel also zum Tasmania-Testspiel gegen den Club Italia (mit Weltmeister Thomas „Icke“ Häßler!). Das nächste Ligaspiel folgt dann am kommenden Sonntag zu Hause gegen den Berliner SC.

Spielbericht: Vittorio Kowalski
Foto: SV Tasmania/Hagen Nickelé

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SV Tasmania: Schelenz – Schmidt, Ermel, Loder, Kirli – Sahin, Asma, Medrane, Hirik (27. Gaudian) – Rogoli, Karasu (74. Razeek).
Tore: 1:0 Ndjock (11.), 1:1 Gaudian (76.), 1:2 Asma (89.), 1:3 Rogoli (90.+1).

Zuschauer:
130.
Nächstes Spiel: Sonntag, 16. Oktober, um 14:00 Uhr im Werner-Seelenbinder-Sportpark gegen den Berliner SC.