SD Croatia 1 - 3 SV Tasmania Berlin

3. September 2017 - 14:30 Uhr - Friedrich-Ebert-Stadion (POKAL, 1. RUNDE)
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Tasmania gelingt die Revanche

So klappt’s auch mit dem Siegen: Daniel Ujazdowski (2. v. r.), Schütze des frühen 1:0, wird von seinen Mitspielern gefeiert (Foto: SV Tasmania/Hagen Nickelé)

 

Nach 0:3-Ligapleite 3:1-Sieg bei SD Croatia im Pokal +++ Ujazdowski, Bähr und Thiele die Torschützen +++ Nach früher Führung zeitig auf der Siegerstraße

Am vorhergehenden Sonntag musste die Mannschaft von Trainer Mario Reichel ja bitteres Lehrgeld in der Berlin-Liga gegen SD Croatia zahlen. Nach einer starken Anfangsphase gegen die Tempelhofer gab es in Folge eines Doppelschlags des Kontrahenten nicht mehr viel zu erben – am Ende hieß es 0:3. Vor diesem Hintergrund trat man die Reise ins Ebertstadion zum Pokalspiel beim selben Gegner durchaus mit gemischten Gefühlen an. Bei allem Glück in der ersten halben Stunde hatte sich Croatia später schließlich als sehr abgezockt erwiesen.

Tas ohne Respekt – und mit früher Führung

Die Partie – neben SV Sparta – Tennis Borussia die Toppaarung der ersten Runde – fand auf dem Kunstrasenplatz an der Bosestraße statt, der vor dem Spiel reichlich gewässert wurde. Tasmania wartete mit nur einer personellen Änderung zur Vorwoche auf: Julian Loder nahm zunächst auf der Bank Platz und Mehmet Okan Kirli spielte von Beginn an – entsprechend hatte Reichel umgebaut.

Torschütze zum 2:0: Lucas Bähr

Auf der anderen Seite – und das war sicher auch für den Ausgang des Spiels nicht ganz unerheblich – setzte Croatia-Coach Wilke seine Ankündigung der Vorwoche zum Teil in die Tat um und verzichtete auf drei wichtige Spieler: Goalgetter Bahceci stand ebenso nicht im Kader wie Torschütze Ergiligür. Ohadi, ebenfalls am Vorsonntag mit einem Treffer, wurde erst im Verlauf des zweiten Durchgangs eingewechselt.

Tasmania ging trotz der „0:3-Warnung“ ohne Respekt in die Partie – doch bevor man überhaupt von einem „Übergewicht“ sprechen konnte, gingen die Blau-Weiß-Roten auch schon in Führung. Daniel Ujazdowski war zur Stelle und brachte Tasmania in der 7. Minute in Führung. Auch das ein entscheidender Unterschied zum Sonntag zuvor – diesmal fiel der Treffer für die Neuköllner in der Anfangsphase. Und prompt entwickelte sich das Spiel zu Gunsten der Reichel-Elf, die das Geschehen fortan beherrschte, aber auch in vielen Zweikämpfen gefordert war – und diese auch annahm.

Beinahe schon selbstverständlich allerdings, dass der zweite Treffer für Tas zunächst nicht fallen wollte – die Fans zeigten sich aufgrund des unerwartet positiven Spielverlaufs aber auch mit dem 1:0 zufrieden. Doch auch in dieser Hinsicht überraschte das Team, denn unmittelbar vor der Pause packte es den zweiten Treffer drauf. Lucas Bähr schlug in Abstaubermanier zu und erhöhte zum besten Zeitpunkt zur 2:0-Pausenführung.

Thieles Treffer nach der Pause ist K.O. für Croatia

Es sollte allerdings noch besser kommen. Nachdem der Kunstrasen in der Pause nochmal eine ordentliche Dusche verpasst bekommen hatte, starteten die Neuköllner hellwach in die zweite Halbzeit. Nicola Thiele wurde schon nach zwei Minuten auf der rechten Seite bedient und der Neuzugang erwies sich im Eins gegen Eins ebenso eiskalt wie elegant, in dem er Croatia-Torwart Samake mit einem präzisen „Chip“ keine Chance ließ. Eine 3:0-Führung nach 47 Minuten? Damit hatten die wenigsten Tas-Anhänger gerechnet, zumal der Gegner sich bis dahin eher ideenlos präsentierte.

„Entscheider“: Nicola Thiele

Doch das Wort „Vorentscheidung“ nimmt man bei Tasmania ja ungern in den Mund. Dennoch kontrollierte das Reichel-Team in zweiten Durchgang zunächst weiter das Geschehen. Es spricht aber für Croatia, dass sie sich in der letzten halben Stunde doch noch einmal aufbäumten. Robert Schelenz erwies sich dabei wieder einmal als unvergleichlicher Rückhalt und verhinderte mit mehreren Glanztaten, dass dem Gastgeber möglicherweise zu zeitig der Anschlusstreffer gelang.

Arber Shuleta, der in der ersten Halbzeit schon am Pfosten gescheitert war, platzierte einen Freistoß auf die Querlatte (73.). Kurz darauf doch das 1:3, als ein Freistoß von Tasmanias Defensive nicht konsequent verteidigt wurde und Gakpeto einnickte. Für größere Aufreger in der Schlussphase reichte das aber nicht mehr. Bemerkenswert noch die Einwechslung des jüngsten Neuzugangs bei Tasmania, Romario Hartwig, der von der VSG Altglienicke an die Oderstraße zurückgekehrt ist.

Am Ende stand also ein 3:1-Erfolg und das Erreichen der zweiten Runde (Wochenende 07./08.10.) in dem Wettbewerb, der bei Tasmania seit dem zweimaligen Erreichen des Endspiels 2014 und 2015 wieder einen besonderen Status genießt. Der nächste Gegner kann kommen – er braucht allerdings nicht unbedingt so schwer zu sein wie z. B. der kommende in der Berlin-Liga. Da muss der SV Tasmania beim Spitzenteam des SFC Stern 1900 in Steglitz antreten.

Spielbericht: Arch Stanton
Fotos: SV Tasmania/Schikowski (2)

SV Tasmania: Schelenz; Schmidt (78. Hartwig), Bähr, Weyer, Udeoka; Mielke; Kirli, Shuleta, Ujazdowski (66. Loder); Thiele, Kirschner (74. Karasu).
Tore: 0:1 Ujazdowski (7.), 0:2 Bähr (45.), 0:3 Thiele (47.), 1:3 Gakpeto (76.).
Zuschauer: nicht genannt
Nächstes Spiel: Sonntag, 10.09., 12.45 Uhr beim SFC Stern 1900 (Berlin-Liga), Sportplatz Kreuznacher Straße