SC Charlottenburg 0 - 3 SV Tasmania Berlin

27. September 2018 - 19:00 Uhr - Mommsenstadion
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Tas hat den längeren Atem

Grundlage der Erfolgsserie: Tasmania kassierte in den letzten fünf Pflichtspielen nur ein Gegentor – hier klärt Torwart Schelenz (gelbes Trikot) gegen den SCC (Foto: SV Tasmania/Nickelé)

 

3:0-Sieg beim SC Charlottenburg – Robben, Demir und Kirschner sorgen für späte Entscheidung – Zweimal Pfosten im ersten Durchgang – Kirli vergibt Elfmeter nach der Pause – Jetzt schon vier Liga-Siege in Serie – Mittwoch kommt Schlusslicht Füchse

Nach dem abgeklärten Sieg in Frohnau zeigte die „Diva Tas“ eine gute Leistung am Donnerstagsspiel im Mommsenstadion – doch vergab lange Zeit gute Chancen und schlug erst spät dreifach zu, als bei den Gastgebern die Kräfte nachließen. Dabei war Tasmania deutlich engagierter, spielte aber weniger effektiv und benötigte daher diesmal länger, den verdienten Sieg nach Hause zu schaukeln. Das Spiel wurde auf Wunsch des SCC auf den Donnerstagabend vorverlegt und dies brachte den Vorteil mit sich, die folgende „Englische Woche“ ein wenig zu entzerren. Das nächste Spiel folgt schon kommenden Mittwoch am 3. Oktober. Warum der Verband an dem Feiertag Spieltage ausrichten lässt, mag man sich zu recht fragen. Das Flutlicht im Mommsenstadion zog neben dem Tas-Anhang auch einige lokale Anhänger und diverse Groundhopper an, ansonsten war erwartungsgemäß ordentlich Platz im Stadion.

In 1. Halbzeit ohne Fortune

Erst Pfosten, dann Führung: René Robben

Den hatte die Mannschaft auf dem Feld teilweise auch, da der SCC versuchte, mitzuspielen. Ein erstes Ausrufezeichen setzte René Robben, der sich für eine feine Hereingabe über rechts von Romario Hartwig streckte und mit seinem Bein noch herankam, den Ball am Torwart vorbei aber an den Pfosten spitzelte (12.). Gleich im Gegenzug auch die erste Möglichkeit für Charlottenburg. Nach 18 Minuten der Schock für den Gegner, ausgerechnet der Ex-Tasmane Kevin Gempf musste verletzt ausgewechselt werden (gute Besserung!). Dazu machte Tas Druck und ein traumhafter Diagonalpass auf den Flügel führt zur nächsten Chance, doch Bauer im Tor der Gastgeber parierte. Der SCC spielte mit und suchte den Weg nach vorn, wenn Tas die Zügel mal schleifen ließ. Mehmet Okan Kirli sorgte für den zweiten Pfostenkracher, als Charlottenburg nach einem Standard für Tas nicht klären konnte. Bis zur Halbzeit folgte dann viel Leerlauf und der SCC fühlte sich ermutigt, schloß aber trotz des sich bietenden Raumes zu überhastet ab.

Knoten platzt spät, dann aber richtig

Joker-Tor: Leonard Kirschner

​In der zweiten Hälfte sorgte Damien Tiedmann für erste Gefahr, bis kurz darauf der Schiedsrichter bei einer unübersichtlichen Aktion auf Elfmeter entschied. Kirli übernahm die Verantwortung​, scheiterte aber mit seinem brachialen Elfer am warm geschossenen Torwart. Zu allem Ärger kam der SCC immer mal wieder gefährlich vor das tasmanische Tor, doch fehlte die Präzision im letzten Pass oder im Abschluss. Der Druck wurde zwar größer und Tas blieb die spielbestimmende, spielerisch bessere Mannschaft, krönte aber diesen Vorteil nicht mit einem Tor. Dazu blieb dem SCC immer Raum zum Kontern, den diese aber schludrig verschenkten. Das Publikum sah mitunter Handball-artige Belagerung des Strafraums durch Tas, auf der anderen Seite plötzlich einen Lattentreffer der Gastgeber.

​Es war also alles möglich: der K.O. durch den SCC oder die Erlösung für Tasmania. Ein großartiger Pass in die Gasse durch Yildirim Tokmak (oder war’s Arber Shuleta?) in den Lauf von Robben verschaffte ihm den notwendigen Platz, den dieser aber auch fabelhaft abschloss und dem SCC-Torwart keine Chance ließ (78.). Nun war der Bann gebrochen und Tas konnte entspannter aufspielen. Nach einer Ecke wurde der Ball zu kurz geklärt, die Hereingabe in den Strafraum fand den gedankenschnellen Emre Demir, der den Fuß hinhielt und Tas endgültig auf die Siegerstraße brachte (85.). ​Der mit neuem Selbstvertrauen aufspielende Nicola Thiele hatte das dritte Tor auf dem Fuß und setzte sich gut gegen seine Bewacher durch, doch erneut rettete der Charlottenburger Torsteher seine Mannen. Erst der eingewechselte Leo Kirschner setzte den Schlußpunkt. Im Strafraum nicht vom Ball zu trennen, traf er schön aus der Drehung zum 3:0 für Tasmania (88.).

​Bereits kommenden Mittwoch empfängt Tasmania die Reinickendorfer Füchse. ​Bei einem Heimsieg wäre es der fünfte Sieg in Folge!

Spielbericht: Martin Senz
Fotos (2): SV Tasmania/Nickelé (1) bzw. Schikowski (1)

SV Tasmania: Schelenz; Kirli, Loder, Mayoungou, Tiedmann; Tokmak, Shuleta; Hartwig (65. Engelhardt), Demir, Thiele (86. Babaev); Robben (81. Kirschner)
Tore: 0:1 Robben (78.), 0:2 Demir (85.), 0:3 Kirschner (88.)

Zuschauer: 48 zahlende im Mommsenstadion
Besonderes Vorkommnis: Bauer (SCC) hält Elfmeter von Kirli (50.)

Nächstes Spiel: Mittwoch, 03.10. (14 Uhr), gegen Füchse Berlin im Werner-Seelenbinder-Sportpark