Nordberliner SC 1 - 1 SV Tasmania Berlin

26. February 2017 - 12:30 Uhr - Sportplatz Elchdamm
  • Spielbericht
  • Aufstellung

Déja-vu in Heiligensee

Zweikampfstärke gefragt: Mark Schmidt (M.) im Duell mit einem Gegenspieler, beobachtet von Tolgay Asma (2. v. r.) Foto: SV Tasmania/Estella Shaina Nickel

Tasmania verschläft die Anfangsphase und geht gegen giftige Nordberliner früh in Rückstand +++ Steigerung und Ausgleich durch Medrane nach der Pause, doch auch in Überzahl gelingt der Siegtreffer nicht mehr +++ Nun sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer Staaken

Spielbericht: Vittorio Kowalski
Gut, das Wetter war etwas besser. Und das Ergebnis am Ende auch. Dennoch hatte der Auftritt des SV Tasmania beim Nordberliner SC etwas von einem Déjà-vu des letztjährigen Rückrundenstarts: wieder galt es, von Platz 2 aus einen Rückstand auf den Spitzenreiter aufzuholen und wieder erhielt dieses Unterfangen gleich nach der Winterpause einen herben Dämpfer in Heiligensee.

Und auch das Spiel selbst ähnelte dem aus dem Februar 2016. Zwar hatte Tasmania bereits in der 6. Minute die erste vielversprechende Chance, als Winter-Neuzugang Vahit Engin den Ball nach feinem Pass von Salvatore Rogoli aus aussichtsreicher Position über den Torwart, aber neben das Tor löffelte. Davon abgesehen ließen sich die Tasmanen jedoch wie im letzten Jahr in der Anfangsphase den Schneid abkaufen.

Neuzugang: Vahit Engin

Und so dauerte es nur wenige Minuten länger als in der Vorsaison bis die Nordberliner in Führung gingen. Die Entstehung war dabei symptomatisch. In einer eigentlich ungefährlichen Situation und in eigenem Ballbesitz ließ sich Tolgay Asma einfach zu viel Zeit mit seinem Pass, so dass ein Nordberliner Spieler dazwischen gehen konnte. Ähnliches passierte in den ersten zehn Minuten schon mehrere Male, nur das der Ball dann entweder ins Aus oder zu einem Tas-Spieler zurück sprang. Doch dieses Mal prallte er eben zum pfeilschnellen Nordberliner Stürmer Justin Hippe, der auf und davon war und aus der linken Strafraumhälfte humorlos mit links ins kurze Eck zum 1:0 abschloss (16.).

Immerhin fing sich Tas danach nicht (wie im letzten Jahr) bald das 0:2, sondern konnte das Spiel ab Mitte der ersten Hälfte ausgeglichen gestalten – ohne dabei jedoch spielerisch zu überzeugen. Doch die Nordberliner zogen sich – anscheinend zufrieden mit dem Zwischenstand – nun zurück und überließen Tas über weite Strecken das Spiel. Zum Ende der ersten Halbzeit entwickelte sich dies nahezu zu einem Powerplay der Neuköllner, als sie den Gegner hinten einschnürten und sich zahlreiche Ecken und Freistöße erarbeiteten. Wirklich gefährlich wurde es dabei – bis auf einen Asma-Schuss nach schöner Vorlage per Hacke von Engin – jedoch kaum, so dass es mit dem 0:1 in die Pause ging.

Die optische Überlegenheit von Tas setzte sich zu Beginn der zweiten Hälfte fort – mit dem Unterschied, dass dieses Mal auch Zählbares dabei heraus sprang: eine Flanke von Mark Schmidt von der rechten Seite prallte im NoSC-Strafraum zum wieder genesenen Florian Medrane, der trocken mit rechts ins lange Eck vollendete (51.).

Der Ausgleich schien Tas zu beflügeln. Etwas flüssiger lief der Ball nun durch die Reihen und es sah so aus, als könnte man das Spiel noch vollends zu seinen Gunsten drehen. Noch wahrscheinlicher schien dies, als ein Nordberliner Spieler – nach einem zugegebenermaßen harmlosen Foul – den Ball wegschoss und sich damit seine zweite gelbe bzw. die gelb-rote Karte abholte (57.).

Torschütze: Florian Medrane

Doch trotz Überzahl verpufften die Spielfreude und der Elan der Neuköllner bald darauf wieder. Zwar spielte sich das Geschehen von nun an fast ausschließlich in der Hälfte der Nordberliner ab, sogar inklusive der Dreierkette um Nemanja Samardžić, den ebenfalls wieder genesenen Zvonimir Penava und Kapitän Ronny Ermel. Dennoch gelang es kaum, sich in den Strafraum zu kombinieren oder über außen hinter die Abwehr der Nordberliner zu gelangen. Und wenn es ein Mal gefährlich zu werden schien, dann ging mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der rechten Außenbahn die Fahne hoch – Abseits.

So war es für den dezimierten Gastgeber gar nicht mal besonders schwer, den Rückstand zu verhindern – zu einfallslos und mit zunehmender Spieldauer auch ungenau und unkonzentriert rannten die Tasmanen an, so dass die mitgereisten Fans fast noch froh sein konnten, dass nicht einer der wenigen Konter der Nordberliner am Ende noch zum Siegtreffer führte. Als in der Nachspielzeit auch eine letzte, scharf getretene Flanke von Tolga Şahin in der Mitte keinen Abnehmer fand, war klar, dass sich die Neuköllner hier mit einem Unentschieden begnügen müssen.

Ein letztlich leistungsgerechtes Resultat, aber dennoch ein enttäuschender Start in die Rückrunde für Tasmania. Seltsam lethargisch wirkte Tas über weite Strecken des Spiels und selbst als das Spiel zugunsten der Neuköllner zu kippen schien, zeigte Tas seine spielerische Überlegenheit nicht und spielte die halbstündige Überzahl schlecht aus. Ein schwacher Trost ist es da, dass es wenigstens ein nicht ganz so schlimmer Ausflug nach Heiligensee war wie im letzten Februar.

Da der SC Staaken sein Auswärtsspiel beim TuS Makkabi gewinnen konnte, beträgt der Rückstand auf den Tabellenführer nun bereits sieben Punkte, während Eintracht Mahlsdorf den Tasmanen mit zwei Punkten Rückstand nun deutlich enger im Nacken sitzt.

Fotos (2): SV Tasmania/H. Nickelé

Zur kompletten Fotogalerie von Estella Shaina Nickel

SV Tasmania: Schelenz – Ermel, Penava (58. Kirli), Samardžić – Tiedmann, Asma (88. Kujundžija), Şahin, Schmidt – Rogoli, Medrane (76. Marjanović) – Engin
Tore: 1:0 Hippe (16.), 1:1 Medrane (51.).
Zuschauer: keine Angabe

Nächstes Spiel: Sonntag, 5. März 2017, um 14 Uhr im Werner-Seelenbinder-Sportpark gegen die Füchse Berlin.