FC Hertha 03 0 - 1 SV Tasmania Berlin

26. October 2016 - 19:00 Uhr - Ernst-Reuter-Sportfeld
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Jubel nach Abpfiff: Tasmania steht im Achtelfinale! Foto: SV Tasmania/H. Nickelé

Tas gelingt Pokalüberraschung

+++ 1:0-Sieg bei Oberligist Hertha 03 +++ Ermel erzielt früh das goldene Tor +++ Tasmania zieht ins Achtelfinale ein +++

Schon die Vorzeichen versprachen Spannung beim Pokalspiel in Zehlendorf. Der FC Hertha 03 hatte nach durchwachsenem Start in der Oberliga zuletzt drei Partien gewonnen – darunter ein bemerkenswertes 5:1 zuhause gegen den damaligen Spitzenreiter Hertha 06. Der SV Tasmania war dagegen erst vergangenes Wochenende eine Klasse tiefer an die Tabellenspitze gestürmt. Die unangenehmere Favoritenrolle fiel jedoch dem Gastgeber zu. Auf Seiten der Neuköllner wiederum reklamierte man eine „Zehlendorfer Serie“ für sich: in den vergangenen beiden Jahren setzte man sich jeweils beim Peter-Hanisch-Gedenkturnier gegen die 03er durch. Auch die beiden vorangegangenen Ligavergleiche konnte man im Ernst-Reuter-Sportfeld klar für sich entscheiden: 2013/14 siegte man in einem unvergessenen Spiel 6:1, eine Saison zuvor immerhin auch mit 3:1.

Trainer Mario Reichel hatte sich im Mittelfeld für die Variante mit dem erfahrenen Aleksandar Marjanović entschieden. Für ihn nahm Tolga Sahin zunächst auf der Bank Platz. Im Angriff dagegen setzte er auf Sturm und Drang in Person von Metin Karasu, während der zuletzt in der Startelf auflaufende Benjamin Gaudian erst mal draußen blieb.

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Mann im Mittelpunkt: Ronny Ermel

Tasmania begann forsch und setzte die Hausherren gleich unter Druck. Schon früh kam man so zu mehreren Eckbällen – und den dritten in Folge, getreten von Salvatore Rogoli, verwertete Kapitän Ronny Ermel per Kopf zum schnellen Führungstreffer (5.). Natürlich ein Auftakt nach Maß, der die Spielsituation deutlich komfortabler gestaltete. Ermel hatte dazu gefühlt schon ewig nicht mehr getroffen. Und: manch einer im Tasmania-Lager fühlte sich an den legendären 6:1-Sieg erinnert, als Ronny den Torreigen eröffnet hatte. Auch der Kopfballtorpedo von Kevin Lentz im Pokalviertelfinale 2015 bei Viktoria und bei den Älteren vielleicht auch noch der Siegtreffer einst im Topspiel bei den Reinickendorfer Füchsen, als Patrick Pöthke einen Freistoß per Kopf in die Maschen wuchtete. So lange her, dass der Verfasser nicht mal mehr sagen bzw. herausfinden kann, wann genau das war…

Während die Fans also so vor sich hinzuträumen begannen, blieb Tasmanias Team weiter konzentriert am Drücker. Möglicherweise wäre sogar eine 2:0-Führung drin gewesen, aber da fehlte dann doch die nötige Konsequenz im Abschluss. Hertha 03 kam dann nach etwa einer halben Stunde langsam rein in die Partie. Bis zum Wechsel geriet die Neuköllner Hintermannschaft dadurch ein paar Mal in Probleme – einmal landete ein Ball am Pfosten. Auch Torwart Robert Schelenz musste sich auszeichnen, was ihm aber in gewohnt zuverlässiger Art gelang.

Nach dem Wechsel ging es kämpferisch weiter, Schiedsrichter Albig hatte auf beiden Seiten bereits einige Gelbe Karten verteilt. Mit Folgen für den Gastgeber: der bereits verwarnte Özdal brachte Karasu bei einem Konter durch Kreuzen seines Laufweges entscheidend aus dem Tritt und musste aufgrund der daraus resultierenden zweiten Gelben Karte vorzeitig zum Duschen (60.). Ein Anzeichen mehr für die Tasmanen also, auf einen erfolgreichen Ausgang der „Mission Achtelfinale“ zu hoffen. Kurzfristig konnten sie den „moralischen“ Vorteil der Überzahl auch in mehr Feldüberlegenheit ummünzen.

In der Schlussphase aber setzten die Zehlendorfer alles auf eine Karte und brachten die Neuköllner Defensive zunehmend in Schwierigkeiten. Unkonzentriertheiten im Stellungsspiel und bei der Spieleröffnung nach Ballgewinn sorgten für erhöhte Gefahr. Auf der anderen Seite wurden die ganz wenig gewordenen Torsituationen nicht erfolgreich zu Ende gespielt. Als dann in den Schlussminuten Ermel im eigenen Strafraum der Ball an den Arm geschossen wurde und der Unparteiische weiterspielen ließ – wohl eine 50:50-Entscheidung -, schien Tas auch die nötige Fortune an diesem Abend auf seiner Seite zu haben. Dass selbst ein Konter in der Nachspielzeit nicht im verwaisten Hertha-Tor (TW Hinz war bei einer Ecke mit aufgerückt) untergebracht werden konnte, wurde auch nicht mehr bestraft – der Schiedsrichter pfiff kurz darauf ab und das „kleine Pokal-Wunder“ wurde Wirklichkeit.

Für einen Abend war einmal wieder die Magie dieses Wettbewerbs in Bezug zum SV Tasmania zu spüren. Das Achtelfinale ist somit erreicht – neben Hertha 03 musste dazu mit CFC Hertha 06 ein weiterer Oberligist die Segel streichen. Die „Schwergewichte“ aus der Regionalliga sind jedoch alle noch im Wettbewerb vertreten. Ein bisschen träumen aber darf über das spielfreie Wochenende in jedem Fall erlaubt sein.

Spielbericht + Foto: SV Tasmania / Hagen Nickelé
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SV Tasmania: Schelenz; Schmidt, Loder, Ermel, Tiedmann; Marjanović (Sahin), Tokmak; Kirli, Asma, Rogoli; Karasu (Gaudian).
Tor: 0:1 Ermel (5.).

Zuschauer: 119 am Ernst-Reuter-Sportfeld
Nächstes Spiel: Sonntag, 06.11., gegen SFC Stern 1900 (3.), 14 Uhr, Werner-Seelenbinder-Sportpark