Eintracht Mahlsdorf 1 - 2 SV Tasmania Berlin

8. September 2019 - 14:15 Uhr - Am Rosenhag (Berlin-Pokal)
  • Spielbericht
  • Spieldaten

Am Ende nochmal spannend

Top-Einstand: „Last-Minute“-Neuzugang Cüneyt Top (Mitte hinten) gehörte bei seinem Debüt zu Tasmanias Besten – hier wird er für sein Tor zum 0:2 gefeiert (Foto: SV Tasmania/E. S. Nickel)

2:1-Sieg im Pokal bei Eintracht Mahlsdorf – Starke Leistung vor der Pause mit Toren von Hartwig und Neuzugang Top – Zweite Halbzeit tiefer stehend, aber mit wenig Entlastung – Nach Anschlusstor Mahlsdorfer Drangphase überstanden

Im Vergleich zur Startformation von Pampow hatte Tim Jauer zwei Veränderungen vorgenommen: Panajiotis Haritos (ebenso wie Merdan Baba nicht dabei) und Benjamin Tutic (Bank) waren nicht mit von der Partie, dafür rückten Cihat Birol und „Last-Minute“-Neuzugang Cüneyt Top ins Team. Ersterer spielte in der Innenverteidigung (und Julian Loder wechselte dafür ins defensive Mittelfeld), Top kam auf der linken Außenbahn zum Einsatz. Und so viel vorweg: der „Neue“ mit Regionalligaerfahrung (2017-19 mit Rathenow) fügte sich gleich gut ein und sollte sogar ein Tor erzielen.

Tasmania startet souverän

Doch der Reihe nach: nicht ganz erwarteter Weise überließen die Hausherren Tasmania das Spielgeschehen in der ersten Halbzeit weitgehend. Doch da die Neuköllner nicht ins offene Messer laufen wollten, suchten sie die Initiative mit der gebotenen Vorsicht. Ein etwas zu steil in die Spitze gespielter Pass von Emre Demir (10.) und ein abgewehrter Schuss von Romario Hartwig (16.) waren da zunächst die einzigen Highlights. Doch schon mit der ersten richtigen Torchance – also ein wenig wie zu Zeiten der vergangenen Saison in der Berlin-Liga – gingen die mal wieder in Rot aufgelaufenen Tasmanen in Führung. Nach einem langen Seitenwechsel spielte Top im Strafraum Demir an, der es diesmal auf eigene Faust versuchte. Erst ließ er einen Gegenspieler stehen, Hartmann im Mahlsdorfer Tor wehrte seinen Schuss aber ab – allerdings reagierte Hartwig am schnellsten und spitzelte den Abpraller ins Netz. Es war sein erstes Pflichtspieltor 2019/20 – Glückwunsch, hoffentlich folgen noch einige bis zur Winterpause, in der er sich dann ja wieder der VSG Altglienicke anschließen wird.

Tas schaltete und waltete weiter: nur kurz nach der Führung etwa musste Torwart Hartmann aus dem Strafraum stürzen und den Ball vor dem durchgebrochenen Demir wegschlagen (24.). Dann eroberte Demir im Mittelfeld einen Ball zurück, schickte ihn auf links zu Top, dessen Schuss Mahlsdorfs Schlussmann erneut abwehren konnte – diesmal verpasste Hartwig die „Retoure“ jedoch knapp (27.). Nach einer Ecke von Nicola Thiele verpasste ein Verteidiger der Gastgeber dann den Ball, Top konnte ihn nicht ganz ideal annehmen, setzte aber nach und zog einfach ab. Aus der kurzen Entfernung und mit behinderter Sicht musste Hartmann den Ball so „durch die Hosenträger“ passieren lassen – 0:2! Einen derartigen Spielverlauf bzw. -stand hätten wohl die wenigsten Tas-Fans zu diesem Zeitpunkt erwartet. Doch die Eintracht präsentierte sich passiv und fehlerhaft wie lange nicht mehr in einem Heimspiel gegen die Blau-Weiß-Roten – und Tasmania machte es bis dahin natürlich auch richtig gut. Selbst, als sich Torjäger Zorn nach 34 Minuten die erste (und einzige Torchance im ersten Durchgang) bot, bügelte Robert Schelenz im Tasmania-Tor den vorangegangenen Fehler der Hintermannschaft ohne größere Probleme aus.

Bange Minuten nach dem 1:2

Nach der Pause präsentierte sich das Geschehen nicht ganz überraschend im umgekehrten Modus: Mahlsdorf drängte, Tasmania stand tief. Doch die Gastgeber bissen sich an der gestaffelten Defensive zunächst die Zähne aus und blieben unmittelbar vor dem Tor weiter ungefährlich. Dadurch, dass Tasmania allerdings nun ebenfalls nach vorne nichts mehr recht gelingen wollte, wurde die Partie zur Geduldsprobe. Mahlsdorfs Torwart musste so in der zweiten Hälfte nur bei einem Thiele-Freistoß (61.) und einer Flanke von Maxim Matusczyk (63.) achtsam sein. Als dann jedoch das vom Tasmania-Anhang Befürchtete eintrat, sollte es doch nochmal spannend werden: die Deckung hatte auf rechts einen Mahlsdorfer nicht halten können, dessen Eingabe nutzte der unverwüstliche Zorn eiskalt zum Anschlusstor.

Der in der Folge präsentierte „Aufholjagdsfußball“ stand der Eintracht dabei nun besser als das, was sie 75 Minuten zuvor zu bieten gehabt hatte – jedenfalls kam man nun zu den lange vermissten Torchancen. Erst musste Birol einen Schuss von Zorn in letzter Sekunde bereinigen (79.), dann war Krstic nach Ecke frei zum Kopfball gekommen, welcher allerdings abgeblockt wurde (83.). Nur eine Minute später schien dann alle Hilfe zu spät zu kommen, doch der eingewechselte Scheffler traf nur die Querlatte – gleich darauf traf der Unglücksrabe im Strafraum den Ball bei seinem Schussversuch nicht richtig und Schelenz war rechtzeitig unten (85.). In den Schlussminuten konnte Tasmania dann wieder die Kontrolle etwas zurückgewinnen und Entlastung schaffen – erst bei Mahlsdorfs letzter Aktion, als erneut Scheffler in der Mitte einen Schritt zu spät kam, herrschte noch einmal kurzes Luftanhalten bei allen Tasmanen auf und am Rand des Platzes. Dann beendete Schiedsrichter Beblik die in der zweiten Halbzeit auch durch seinen Spielführungsstilwechsel phasenweise etwas hitzige Partie (alle sechs Verwarnungen nach der Pause) und die Neuköllner waren eine Runde weiter.

Sonnabend in Torgelow

Schön gleich aus drei Gründen: bei vier Punktspielen weniger in der Liga freut sich der Tasmania-Fan ja über jedes weitere Pflichtspielwochenende, die Schmerzen des Ausscheidens in der zweiten Runde vom vergangenen Jahr bleiben diesmal erspart – und durch die Endspielteilnahmen 2014 und 2015 genießt dieser Wettbewerb ja wieder und immer noch einen besonderen Status rund um die Oderstraße. Erst einmal heißt es allerdings „Sinne geschärft!“ – denn in der Oberliga geht es schon am Sonnabend zum Torgelower FC Greif, wo mindestens der erste „echte“ Auswärtspunkt eingefahren werden soll.

Spielbericht: Arch Stanton
Fotos: SV Tasmania/E. S. Nickel

Zur kompletten Fotogalerie von Estella Shaina Nickel

EINTRACHT MAHLSDORF – SV TASMANIA 1:2 (0:2)
TASMANIA: Schelenz – Matusczyk, Birol, Bähr, Engelhardt – Loder, Robrecht – Thiele, Demir, Top – Hartwig (79. Colakaj)
TORE: 0:1 Hartwig (20.), 0:2 Top (32.), 1:2 Zorn (74.)
ZUSCHAUER: 155 am Sportplatz Am Rosenhag
SCHIEDSRICHTER: Beblik (SF Kladow)

NÄCHSTES SPIEL: Samstag, 14.09. (14 Uhr), beim Torgelower FC Greif, Gießerei-Arena (17358 Torgelow)