BFC Preussen 1 - 0 SV Tasmania Berlin

31. August 2016 - 18:00 Uhr - Preussen-Sportplatz Malteserstraße (Nachholspiel)
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Unnötige Niederlage in Lankwitz

Tasmania unterliegt 0:1 beim BFC Preussen +++ Reichel-Elf über weite Strecken feldüberlegen +++ Phase nach dem Wechsel verschlafen +++ Debüt von Gaudian in der Schlussphase

Im Nachholspiel vom 2. Spieltag fing sich der SV Tasmania am Abend beim BFC Preussen ein 0:1 ein, kassierte damit die erste Niederlage und das erste Gegentor dieser Saison überhaupt. Eine Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit reichte dabei, um entscheidend ins Hintertreffen zu geraten. Ansonsten gestaltete die Mannschaft von Trainer Mario Reichel die Partie mindestens auf Augenhöhe, phasenweise sogar feldüberlegen.

Die Hausherren, die bei einer Niederlage an diesem Mittwoch schon auf acht Punkte Rückstand gegenüber Tasmania zurückgefallen wären, begannen überraschend passiv. Tasmania nutzte die Räume und nahm das Zepter sogleich in die Hand. Salvatore Rogoli setzte mit einem Schuss ans Außennetz nach zwei Minuten bereits das erste Achtungszeichen für die Neuköllner, nennenswerte Torchancen blieben im Anschluss allerdings Mangelware. Erst nach einer guten halben Stunde sorgte Tas mit einem Freistoß wieder richtig für Gefahr vor dem Preussen-Tor, im schnellen Gegenzug kamen auch die Hausherren zu ihrer ersten Torgelegenheit, doch der Schuss von Fikić von der Strafraumecke stellte Torwart Robert Schelenz vor keine Probleme (34.).

Aufregung kurz darauf, als Tolga Sahin sich im Mittelfeld wunderbar seiner Widersacher entledigte und einen Klasse-Pass in den Lauf des durchgestarteten Rogoli spielte, der Assistent aber die Fahne hob. Der Mann an der gegenüberliegenden Linie blickte direkt in die Sonne und fällte seine Entscheidung mit einiger Verzögerung – der Italiener wäre frei durch gewesen. Rogoli war auch an der letzten Chance der ersten Halbzeit beteiligt, als er mit links in den Strafraum flankte, der nicht günstig postierte Damien Tiedmann aber einen guten Kopfball ansetzen konnte. Preussen-Torhüter Mika pflückte die Kugel dennoch relativ problemlos herunter.

So blieb es beim torlosen Remis zur Pause in einem Spitzenspiel, das bis dahin v. a. von Seiten der Gastgeber zu wünschen übrig ließ. Dennoch war zu bemerken, dass der DFB-Pokalteilnehmer etwa ab der 30. Minute besser ins Spiel fand und die Zweikampfführung zunehmend intensivierte. Man konnte also damit rechnen, dass die Preussen – mit den Ex-Tasmanen Okan Isik und Emre Demir auf dem Platz – nach der Pause mit Druck zurückkehren würden. Nur Tasmania tat dies nicht und verlor das Spielgeschehen binnen kurzer Zeit außer Kontrolle. Erst parierte Schelenz einen Demir-Freistoß zur Ecke, nach dessen Ausführung Robbens Schuss gerade noch über das Tor abgefälscht werden konnte (48.). Im Anschluss war erneut Schelenz – diesmal bei einem Schuss von Zore aus aussichtsreicher Position – auf dem Posten (49.).

Doch Tasmanias Hintermannschaft hörte mit dem Schwimmen nicht auf – und so kam, was kommen musste: einmal mehr konnte der Ball nicht geklärt werden und diesmal zielte Preussen-Torjäger Robben ganz genau. Aus etwa zehn Metern jagte er den Ball unter den Querbalken zum 1:0 für die Lankwitzer (50.). Die Hausherren hatten somit ihr Ziel erreicht und drückten nicht mehr ganz so auf das Gaspedal, Tasmania brauchte etwa bis zur 60. Minute, um wieder ins Spiel zu finden. Nach einer guten Kombination passte Rogoli in die Mitte, wo der Schuss von Tolgay Asma allerdings abgeblockt wurde (62.). Nur eine Minute später schloss Aleksandar Marjanović einen Angriff gekonnt mit dem Fuss hinter dem Standbein ab, doch Mika im Tor der Platzherren war ebenso zur Stelle wie bei Sahins Flanke/Schuss, die/den er gerade noch über die Querlatte kratzen konnte (64.).

Doch der Ausgleich fiel nicht – so setzte der Tas-Trainer alles auf eine Karte: Mario Reichel brachte mit Florian Medrane und überraschend Benjamin Gaudian zwei frische Offensivkräfte. Der vor der Saison aus Rudow gekommene Gaudian galt nach Verletzungspause eigentlich noch nicht als fit genug. Kurz nach seiner Einwechslung war der Stürmer auch zur Stelle, setzte den Ball aber über das gegnerische Tor (70.). Es verstärkte sich der Eindruck, dass den Blau-Weiß-Roten an diesem Abend kein Tor mehr gelingen und somit eine Wiederholung des gedrehten Spiels vom November 2015 (2:1-Sieg, Tore: Demir, Mätschke) diesmal ausbleiben würde. Der Schiedsrichter – mit einer insgesamt soliden Leistung – sorgte in der Schlussphase für den einen oder anderen Aufreger beim Tasmania-Anhang. Vor allem als der auf der Außenbahn durchgebrochene Rogoli am Arm festgehalten wurde und seine Pfeife stumm blieb.

Es nutzte aber schließlich alles nichts – im Nachhinein muss man sich an die eigene Nase fassen. Ohne die verschlafene Anfangsphase der 2. Halbzeit wäre zumindest ein Unentschieden absolut drin gewesen bei einem Gegner, der seine Bestform sicher noch nicht gefunden hat. So aber tritt man mit leeren Händen den Heimweg an und muss sich schnell wieder auf den nächsten Gegner einstellen, der am Sonntag Füchse Berlin heißen wird. Die Partie am Freiheitsweg wird um 14 Uhr angepfiffen.

Spielbericht: Hagen Nickelé

Aufstellung: Schelenz – Schmidt, Ermel, Loder, Tiedmann (55. Kirli) – Tokmak, Marjanović (66. Medrane) – Sahin, Asma, Rogoli – T. Samardžić (66. Gaudian).

Tore: 1:0 Robben (50.).
Zuschauer: ohne Angabe